
Einen Korb geben: Ursprung, Bedeutung und Beispiele im Französischen
„Einen Korb geben“ bedeutet, einen Termin ohne Vorwarnung zu versäumen. Der Ausdruck, der im 19. Jahrhundert entstand, sprach zunächst von Geld, bevor er sich auf das Fehlen bezog. Hier ist die Geschichte und die Verwendung.
„Einen Hasen setzen“ klingt charmant… bis zu dem Moment, an dem Sie allein vor einem Café warten. Im wörtlichen Sinne stellen wir uns einen Hasen auf dem Tisch vor. In Wirklichkeit sprechen wir von einem verpassten Treffen, ohne Nachricht oder Entschuldigung. Und der Ausdruck hat eine pikante Geschichte, die man nicht für möglich hält.
Was bedeutet „einen Hasen setzen“?
Allgemeine Bedeutung: sich nicht zu einem Treffen zu erscheinen, ohne die betroffene Person zu benachrichtigen. Der Ausdruck ist umgangssprachlich, aber sehr verbreitet und wird im gesamten französischsprachigen Raum verstanden. Man verwendet ihn hauptsächlich für persönliche, manchmal auch berufliche Begegnungen, wenn die Abwesenheit eindeutig ein „No-Show“ ist.
- Konstruktion: einen Hasen setzen bei jemandem (indirektes Objekt).
- Häufige Zeiten: passé composé („er hat mir einen Hasen gesetzt“), futur („wirst du mir keinen Hasen setzen?“), konditional zur Abschwächung („er würde mir einen Hasen setzen, ich wäre nicht überrascht“).
- Ähnliche Synonyme: „jemandem einen Korb geben“, „mich versetzen“, „stehen lassen“ (dieser letzte kann bedeuten, mitten auf dem Weg zu gehen).
- Übliche Übersetzung im Kontext: im Englischen wird oft „to stand someone up“ verwendet.
Beispiele:
- „Ich habe 40 Minuten gewartet. Sie hat mir einen Hasen gesetzt.“
- „Versprich mir, dass du mir morgen keinen Hasen setzt.“
- „Ich habe einen Hasen gesetzt bekommen.“ (reflexive passive Stimme, sehr häufig in Gesprächen)
Tipp
Merktipp: Denken Sie an den „Hasen“ als an die Leere, die auf dem Stuhl hinterlassen wird. Das direkte Objekt ist fest („ein Hase“), die betrogene Person wird mit „bei“ markiert.
Woher stammt der Ausdruck?
Der Ausdruck taucht Ende des 19. Jahrhunderts im populären Sprachgebrauch auf. Er bezieht sich zunächst nicht auf die Abwesenheit, sondern auf einen Zahlungsrückstand. Im Slang der damaligen Zeit bedeutete „einen Hasen setzen“, sich zu weigern, das zu zahlen, was einer Frau nach einem bezahlten Treffen geschuldet war. Der „Hase“ symbolisierte den Betrug, die Rechnung, die offen gelassen wurde. Nach und nach verschob sich das Bild: nicht zahlen → ein Engagement nicht einhalten → nicht zum Treffen erscheinen, was heute die dominante Bedeutung ist laut TLFi/CNRTL.
Diese semantische Entwicklung findet sich auch in vielen anderen Ausdrücken: Ein Begriff, der in einem bestimmten Umfeld entstanden ist, gelangt schließlich mit einer erweiterten Bedeutung in die Alltagssprache. Hier hat die Metapher ihren Biss behalten: „setzen“ kennzeichnet die absichtliche Handlung, „Hase“ fasst die Idee eines klaren Versäumnisses zusammen.
Verwendungsfallen und gute Formulierungen
- Das Verb ist setzen, nicht „setzen“. „Er hat mir einen Korb gegeben“, nicht „er hat mir einen Korb gesetzt“.
- Das Ergänzungswort wird eingeführt durch „an“: „jemandem einen Korb geben an jemanden“. „von“ wird vermieden.
- Register: umgangssprachlich bis neutral. Für sehr formell bevorzugt man „hat den Termin nicht eingehalten“.
- Nuance: „falsches Spiel machen“ umfasst auch das kurzfristige Absagen, selbst wenn man Bescheid gibt. „Einen Korb geben“ impliziert in der Regel null Nachricht.
- Nützliche passive Variante: „sich einen Korb geben lassen“. Beispiel: „Ich habe mir einen Korb vor dem Kino geben lassen.“
Meine Erfahrung
Am Anfang hörte ich „Korb“ und mein Gehirn malte ein Tier. Dann bemerkte ich, wie spontan der Ausdruck kommt, manchmal in einem halb verärgerten, halb amüsierten Ton. Ein Detail, das mir geholfen hat: die leere Stuhlvisualisierung. Seitdem erkenne ich auch die Nuancen: „mich blamieren“ funktioniert sehr gut unter Freunden, „falsches Spiel machen“ ist etwas neutraler, und „einen Korb geben“ hat diesen kleinen theatralischen Aspekt, der selbst beim Ärgern zum Schmunzeln bringt.
Wie Sie trainieren können
Erstellen Sie 4–5 Mini-Szenen, in denen einer einen Korb gibt und der andere reagiert. Wechseln Sie die Zeiten (Vergangenheit, Zukunft, Konditional) und die Register. Wenn Sie im Kontext üben möchten, bietet das Modul „Sätze und Kontext in Discus die Möglichkeit, frei zu übersetzen oder Lücken aus einer Situation zu füllen. Sie können „er hat mir einen Korb gegeben“, „ich habe mir einen Korb geben lassen“ testen und die Wirkung mit „falsches Spiel machen“ vergleichen.
Drei nützliche Rahmen zum Üben
- Romantisches Treffen: „Erstes Date, und… einen Korb gegeben.“ Höfliche Reaktion, dann direkter.
- Freund zu spät… oder abwesend: „Wolltest du mir einen Korb geben?“ Verhandlung über einen neuen Termin.
- Informeller beruflicher Kontext: „Der Kunde hat uns heute Morgen einen Korb gegeben.“ Danach neutraler umformuliert.
Indem Sie das Indirekte „an jemanden“ und die Idee der Abwesenheit ohne Vorwarnung beibehalten, verwenden Sie „einen Korb geben“ genau wie die Muttersprachler. Und lassen niemanden auf dem Bürgersteig warten.

Amaury Lavoine
Artikel verfasst von Amaury Lavoine, Gründer von Discus. Er lernt täglich Swahili mit einer kenianischen Lehrerin – diese Praxis leitet jede Produktentscheidung.
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